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Fiat 1200, 1500, 1500 S und 1600 S - Cabriolets u. Coupes

Nach fast fünf Jahren Bauzeit bekam der Fiat 1200 Spyder einen Nachfolger, das Fiat 1200 Cabriolet, mit neuer, zeitgemäß nüchterneren, aber sehr eleganten neuen Karosserie von Pininfarina. - Und er bekam auch einen größeren Bruder, mit einem Motor aus fremder Hand: den Fiat-Osca 1500


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Der Weg zu den beiden neuen Fiat Sportwagen nahm einige Umwege:

1957

Fiat Projekt 118 - der Osca-Motor von Fiat.

Der Fiat 1200 Spyder war kein geschäftlicher Erfolg. Er hatte durchaus seinen formalen Reiz, war aber realtiv teuer und die Form gefiel nicht allen potentiellen Kunden. Die Konkurrenz saß bei Alfa Romeo und hatte einen attraktiven twin cam Motor mit sprürbar mehr Leistung. In Exportländern, besonders in USA, traf der Fiat Spyder preislich auf MG, Triumph und Austin Healey, die alle mehr Hubraum und mehr Leistung hatten. Bei einem Sportwagen ist neben Prestige der Fahrspaß das Kaufargument. Und bessere Fahrleistungen hießen mehr Fahrspaß. 1,2 ltr und 53 PS waren keine guten Voraussetzungen für den Fiat.

Für den Nachfolger des Fiat 1200 Spyder forderten die Marketing-Leute daher mehr Leistung. Fiat hatte aber 1957 keinen leistungsfähigeren Motor als den 1200er und darüber nur den 1900, welcher aber schwer und brummig war. - Die neuen Motoren, 4-Zylinder auf Basis des in Entwicklung befindlichen Sechszylinder für den Fiat 1800 waren eben erst beschlossen worden und konnten nicht vor 1961 in Serie gehen.  Da ereignete sich ein Treffen zweier Personen, dass die Zukunft des Fiat Sportwagens bestimmte.

 


der Vorgänger: Fiat 1200 Spyder


blieb: der geteilte Grill

und die hohen Stoßstangenhörner


Fratelli Maserati

Alfieri Maserati, der ältere Bruder von Ettore, Ernesto und Bindo Maserati, begann 1914 mit der Herstellung von Zündkerzen und Automobilteilen.
Auch Fahrräder und Motorräder trugen den Namen Maserati.
Ettore und Ernesto arbeiteten nach 1919 mit und die drei Brüder gründeten 1926 gemeinsam die Officine Alfieri Maserati mit dem Zweck Automobile zu bauen. Im gleichen Jahr entsteht schon der erste Wagen, ein 1500ccm
8-Zylinder mit Kompressor, der am Bug den Dreispitz, das Zeichen von Bologna, trug.
Alfieri fuhr die eigenen Rennwagen auch selbst. Nach seinem Unfall 1927 in Messina übernahmen Ettore und Ernesto manchmal seinen Pilotensitz, z.B. bei der Mille Miglia 1929, beim GP Monza 1930 und beim GP in Rom1932.

Die drei Brüder bauten erfolgreich Fahrzeuge, die Vielzahl ihrer Typen wurde immer größer und ebenso wurden die Ausgaben höher und höher. 1932 starb Alfieri, dafür kam Bindo mit in die Firma. Bis 1937 hielten sie durch, dann konnten sie finanziell nicht mehr. Sie verkauften ihre Firma mitsamt ihrem Namen an die Familie Adolfo Orsi. Orsi verlagerte die Firma nach Modena. Die Brüder Maserati waren vertraglich zehn Jahre als Berater an die Firma gebunden.
Kaum war diese Frist im Dezember 1947 abgelaufen, gründeten die Brüder wieder ihre eigene Firma: die Officine Specializzata Construzione Automobili - O.S.C.A. - Wieder bauten sie Sport- und Rennwagen. Wieder waren es erfolgreiche und technisch interessante Konstruktionen. 1950 enstand unter anderem auch ein 4,5 ltr Formel 1. Aber ihre Firma blieb klein und war schlecht finanziert. Sie hatten einen guten twin cam Motor mit 1453 ccm konstruiert, der ab 1954 verwendet wurde, aber in der Herstellung "von Hand" sehr teuer war. Stirling Moss und Bill Lloyd fuhren z.B. den 1,5 ltr Osca 1954 beim 12h Rennen in Sebring zu einem viel beachteten Erfolg.

Bericht zum Sieg beim 12 Stunden-Rennen in Sebring 1954

Ein Jahr später kam das bekannte Zylindermass 78x78mm, der Hubraum stieg damit auf 1490 ccm. Die Leistung mit zwei Horizontal-Doppelvergasern und Doppelzündung lag bei 110 PS.
Es war ein standfester Motor, trotz seiner technisch aufwendigen Bauweise. Die Brüder Maserati wollten Fahrzeuge mit diesem Motor in kleiner Serie bauen, um Geld zu verdienen. Sie konnten sich aber die Maschinen für eine Serienfertigung nicht leisten. Ernesto Maserati entschloß sich daher einen Weg zu gehen, den schon andere kleinere italienische Motorenhersteller erfolgreich gegangen waren: Er bat um einen Termin bei Fiat, bei Dr. Dante Giacosa, dem Leiter der Fahrzeugentwicklung.

So kam es zu einem Treffen, das für Fiat genau zum richtigen Zeitpunkt kam.

Am 11.Juli 1957 empfing Herr Dr. Giacosa den Herrn Ernesto Maserati in Mirafiori. Masarati bot ihm seine Konstruktion, den 1,5 ltr. Osca-Motor, an, um ihn für ein Fiat-Fahrzeug zu nutzen. Im Gegenzug wollte er Motoren für die Osca-Fahrzeuge geliefert bekommen. Dante Giacosa hatte plötzlich, was das Marketing von ihm verlangte: einen leistungsfähigen Doppelnockenmotor für einen Fiat-Sportwagen. Der Motor ging als Fiat Typ 118 in die Konstruktions-büros, um ihn für die Serienfertigung und den Alltagsgebrauch anzupassen.

  - Nach Serienbeginn des Fiat-Osca-Motors kam dieser
 Motor auch in den Osca-Fahrzeugen zum Einsatz.
 Sowohl in Rennsportfahrzeugen als auch in den Osca-
 Straßensportcoupes, die mehr als das Doppelte eines
 Fiat Cabriolets kosteten.

 Links das 1600 GT - Coupe - als GTS 1962 hatte das
 Zagato Coupe einen Rohrrahmen, wog ca. 790 kg und
 der Motor kam auf 140 PS.

 Im Jahr 1963 übernahm MV Agusta die O.S.C.A.



der 1453 ccm Osca - Motor 1954


Osca 1500 - 1954


Auto Motor Sport 10/1954

Seite 2


Bericht über O.S.C.A in
Road and Track October ' 54


Osca 1600 - 1962


Osca 1600 GT - Zagato - 1962


Michelotti Coupe 1600 - 1962


MV-Osca 1600 GT - 1964


Der Beschluß, den starken Motor von Osca in einen Fiat Sportwagen einzubauen, war also gefallen. Pininfarina erhielt den Auftrag, ein passendes Kleid für den neuen 1,5 ltr. Sportwagen auf der Plattform des Fiat 1200 zu entwerfen.

Mit gekonnten geraden und schnörkellosen Linien zeichnete Pininfarina den neuen Fiat Zweisitzer. Das Gesamtbild war perfekt und der Wagen schien deutlich größer geworden zu sein, als der Vorgänger. In Wirklichkeit war der Radstand gleich, es war ja die selbe Bodengruppe, und er war ca. 20 cm länger und 2 cm höher.
Am Turiner Salon 1958 zeigte Pininfarina einen neuen Fiat-O.S.C.A. 1500 GT. Die Presse und Fachwelt fragte sich, wer diese Kombination lanciert hatte, Pininfarina, Fiat oder gar Osca ? Wenn es ein neuer Fiat war, warum war er dann nicht bei Fiat ausgestellt ? Man wunderte sich, berichtete aber nicht groß darüber.
Fiat akzeptierte den Entwurf und begann sofort mit der Fertigentwicklung. Aus der Pininfarina Kreation sollte auch der Nachfolger des Fiat 1200 Spyder abgeleitet werden, was weniger aufwändig war und daher schneller beendet war, als den 1500er Sportwagen fertig zu entwickeln.


neu: gerade Linien


größerer Kofferraum

Mit der neuen Karosserie wurde daher am Genfer Salon 1959 zuerst der Nachfolger des 1200 Spyder vorgestellt:

1959 - 63

Fiat 1200 Cabriolet

Die neue Linie war gefällig und weniger polarisierend als beim Vorgänger. Es wurden ca. 12.000** Exemplare als Fiat 1200 Cabriolet verkauft. Dazu kamen noch die Typen 1500 und 1600 (siehe unten) und die bis 1966 gebauten Nachfolger mit fast gleicher Karosserie. - Zusammen min. ca. 35.000** Exemplare. ==> ** Zahlen sind unklar, siehe unten !
Auch nach seiner Ablösung 1966 durch den 124 Spider, blieb dieser Wagen eine zeitlose Schönheit. 

Statt Taille und geschwungener Hüfte kamen gerade Linien. Vorbei auch die Zeit der Panoramascheibe. Statt der seltsamen verchromten Kühlerfigurfigur zierte nur ein Chromstreifen die flachere Lufthutze auf der Motorhaube.


Fiat 1200 Cabriolet - 1221 ccm, 52 DIN PS


manchmal auch Fiat 1200 Spyder genannt

 


Fiat 1200 Cabriolet und Fiat 1500 S

Das ungleiche Pärchen - Der 1200 war zu schwach auf der Brust, um als echter Sportwagen gelten zu können. Dass er um über 20 % billiger war als der Alfa Romeo, verhalf ihm aber, erfolgreich verkauft zu werden. Der 1500er mit der Osca Maschine war dagegen etwas zu teuer, um größere Stückzahlen** verkaufen zu können. ** - siehe unten

Im Jahr 1960 das 1500 Cabrio in Österreich für 90.500 öS angeboten. Der Steyr-Fiat 1800 kostete nur noch 60.000 öS und für 80.400 öS gab es die Luxus-limousine Fiat 2100 Speziale. 1961 stieg der Preis auf 97.800 öS.

 
Bei der Premiere etwas im Schatten der neuen Fiat Sechszylinder, aber bald in allen Mode- Sport- und Auto-Magazinen:


das neue Fiat 1200 Cabriolet.


wieder Rundinstrumente


Werbung im Exportland USA
für den 1200 Spider mit "i"

 


zweifarbige Innenausstattung

bis ca. 1962


einfarbige Ausstattung

und Zeituhr bei der letzten Version

Der Preis des 1200 Cabriolet war 1959 in Deutschland 10.700 DM, ein Jahr später wurde der Preis auf 9.545 DM reduziert.
Das 1500 Cabrio kostete 1960 13.815 DM, mehr als der neue Heckflossen-Mercedes 220 S.
Für 14.700 gab es den gleich starken Porsche Super als Cabrio.

In Österreich kostete 1959 (und 1960) das 1200er Cabrio 71.600 öS, die Limousine 1800 mit 6 Zylindern gab es für 66.800 öS.

In Grossbritannien kostete 1960 der Fiat 1500 S 1853 Pfund, den MG A mit 1,6 ltr. gab es für 940 Pfund !


1959 - 62

Fiat 1500 / 1500 S Cabriolet

Wie oben beschrieben, zeigte Pininfarina bereits am Turiner Salon 1958 den neuen Fiat-O.S.C.A. 1500 GT. Ein Jahr später, im Herbst 1959, stand am Fiat-Stand der serienfertige Wagen, der "Fiat 1500 Cabriolet mit Osca-Motor" und Anfang 1960 begann die Fertigung.

Ettore Maserati hatte recht, sein Motor war genau der richtige für einen Fiat Sportwagen. Aber der Wagen mit dem O.S.C.A.-Motor war letztlich doch wieder (wie der 1100 TV und 1200 Spyder) viel zu teuer.
Die Kosten pro Stück waren bei der kleinen Serie immer noch zu hoch.
Und Fiat traute sich nicht, mit höheren Stückzahlen zu kalkulieren.

Es wurden nur sehr wenig Stück** gefertigt und die Kosten pro Fahrzeug waren daher entsprechend hoch. Nicht nur wegen des aufwendigen Motors, sondern auch weil viele andere Bauteile unterschiedlich zum 1200er waren.
- Vom Nachfolger Fiat 1600 S wurden zwar mehr Exemplare** gebaut und von beiden Typen auch einige Pininfarina Coupes, aber im Vergleich zu den ca. 12.000** verkauften Fiat 1200 Cabriolet war das sehr wenig.  - ** siehe unten


Fiat 1500 Cabriolet bzw. Fiat 1500 S Cabriolet -

äußerliche Unterschiede zum Fiat 1200 Cabriolet waren: breitere Lufthutze auf Motorhaube, grober Kühlergrill, 15" Felgen mit anderen Radkappen und Gürtelreifen. Innen Holzlenkrad, andere Armaturen und Holzapplikationen am Armaturenbrett.

Ein Jahr nach seiner Vorstellung, am Salon in Turin 1960, wurden beim Fiat-Osca etwas ganz Neues eingeführt: Scheibenbremsen ! Und gleich an allen vier Rädern ! - Bei den geringen Stückzahlen des Fiat-Osca war das kein Risiko in Bezug auf eventuelle Garantiekosten. Aber es war eine Erprobungs-träger. In größeren Stückzahlen wurden Scheibenbremsen ein Jahr später eingebaut, als die neuen Limousinen Fiat 1300/1500 in Serie gingen, die vorne Scheibenbremsen hatten. 1962 erhielten dann die überarbeiteten Sechzylinder 1800 B und 2300 Scheibenbremsen an allen vier Rädern - wie der Osca 1960.

Es ist nicht zu sagen, wann die anfängliche Bezeichnung Fiat 1500 Cabriolet in Fiat 1500 S Cabriolet geändert wurde. Ich denke, es war von Land zu Land unterschiedlich (siehe Prospekte).

Auf jeden Fall hieß der Wagen nach dem Wechsel vom 1,5 zum 1,6 ltr Motor also ab Oktober 1962, überall Fiat 1600 S Cabriolet, - m i t "S".

1962 - 63

Fiat 1600 S Cabriolet

Die Vergrößerung des Hubraums und die Verwendung von zwei Doppel-vergasern statt einem brachte mehr als nur die Erhöhung der Nominalleistung auf 90 PS (DIN). Das Drehmoment stieg über den ganzen Fahrbereich, wodurch die Fahrleistungen erheblich besser wurden. Z.B. war der Fiat im Vergleich deutlich besser als der im selben Jahr vorgestellte neue MG B mit 1,8 ltr. Hubraum Aber dafür war der Fiat immer noch um über 30% teurer ...


asymetrische Lufthutze: der Fiat 1600 S


Holz und Nardi, Armaturen mit Zeituhr = Fiat 1600 S


Fiat 1600 S Cabriolet


 


Fiat 1500 S Cabriolet

Der quadratische Motor (78 mm Hub, 78 mm Bohrung) mit den durch die großen im weiten V angeordnet-en Ventile ideale Ein- und Auslass-kanäle für gute Leistung. Mit einem Doppelvergaser erreichte er bei moderater Verdichtung von 8,6:1 eine Leistung von 75 PS DIN (80 PS CUNA, 90 PS SAE).


Konstruktion O.S.C.A.: Fiat 118


1,5 ltr. 2ohc, 1 Doppelvergaser


Holzapplikation, Nardi-Lenkrad, Drehzahlmesser = Fiat 1500 S

 

In seiner zweiten Version, die 1962 eingeführt wurde, stieg der Hubraum auf 1,6 ltr (B/H 80/78 mm) und die Leistung mit zwei Doppelvergasern auf 90 PS DIN (100 PS SAE).


Fiat 118.B 000 - 1,6 ltr 2 Vergaser

Ernesto Maserati war zu Fiat gekommen, weil nur bei einer Serienfertigung seines Motors die Herstellungskosten akzeptabel waren. Er brauchte einen günstigeren Preis für den Motor, um die eigenen Osca-Fahrzeuge, die ohnehin schon obere Preisliga waren, überhaupt noch verkaufen zu können.
Der Motor wurde dann bei Fiat auch billiger als vorher in Handarbeit bei Osca, war aber immer noch teuer.
Da das Fahrzeug mit diesem Motor außerdem andere Bremsen und einige andere spezielle Bauteile benötigte, außerdem luxuriöser ausgestattet war, kletterte der Preis schnell weiter. - Und Fiat traute sich offenbar nicht, mit höheren Stückzahlen zu kalkulieren, um den Preis noch etwas zu senken.

So blieb der Fiat-Osca ein relativ teures Fahrzeug.

In der Werbung hatte der Fiat mit dem prestigeträchtigen Motor aber seinen Platz. Er war der eye catcher. Er erfüllte seine Rolle als Vorzeigeobjekt, um die Kunden für Fiat zu begeistern, auch wenn sie sich für eine der sportlichen Fiat-Limousinen oder das billigere Cabrio entschieden.


Dieses italienische Hard Top mit Panoramascheibe gab es bei einigen Fiat - Händlern als Zubehör.
Es nimmt die Form des Hard Tops des späteren Fiat 124 Rally vorweg.


 


Hard Top von Plastic Dynamics

1961 - Preis 156.55 $

 


Pininfarina 1200 Coupe und 1500 S / 1600 S Coupe

Pininfarina baute nicht nur die Karosserien für die Fiat Cabriolets, sondern auch ein sehr elegantes Coupe auf der Basis der Cabrio-Karosserie. Es gab diese Coupes sowohl in der Version 1200 als auch mit den Osca-Motor.


Pininfarina Coupe 1500 S

Die Coupes unterschieden sich äußerlich (neben dem festen Dach) durch einen einteiligen Kühlergrill vom Cabriolet. Der Preis des Pininfarina Coupe lag um über 25 % über dem des gleich motorisierten Fiat Cabriolets.


Pininfarina Coupe 1600 S

Anfangs vertrieb Pininfarina das Coupe ganz in Eigenregie, jedoch auch über Fiat-Händler bzw. Fiat - Verkaufsorganisationen (siehe Sammelprospekt 1960 Deutsche Fiat). Ab 1961 waren die Coupes dann im offiziellen Fiat-Verkaufs-programm - siehe Prospekte.



Pininfarina 1500 S

 


Pininfarina 1600 S

 


das Coupe im Fiat Prospekt


** - Stückzahlen

Es gibt es verschiedenen Quellen , alle mischen die Typen auf andere Art und kommen zu völlig anderen Summen. Ich zitiere Graham Robsons Zahlen:
Fiat nennt
1200 Cabrio 15.000 Stück
1500 und 1500 S 37.385 (incl. 1963 bis 1966)
1600 S keine Angabe.
Pininfarina nennt
1200 1959-1963 11.851 Stück incl. Coupe
1500 1960-1966 20.420 Stück plus 2210 Coupes
1600 S 1962 -1966 2275 stück plus 814 Coupes

Die offene Frage ist für mich die Differenz der Stückzahlen für den Typ 1500. Alle 1600S zusammen sind ca. 3100, die wahrscheinlich in der Fiat Zahl für 1500S enthalten sind. Wenn noch ca. 1000 Stück 1500 S vor 1962 waren, (siehe rechts), wäre die Fiat Zahl für Typ 1500 ab 1963 ca. 33.000 - bleibt eine Differenz von ca. 10.500 Stück für den Typ 1500 Cabrio 1963-66.
- Fiat lieferte die Plattformen für Cabrios und Coupes an Pininfarina, Pininfarina fertigte die Karosserien und zählte sie. Fiat lieferte aber auch an andere. - Hat man bei Fiat eventuell alle Plattformen gezählt? Also auch die, die an Vignale, Ghia, Moretti, Abarth und andere Aufbauhersteller gingen ? Das könnte zumindest einen Teil der Differenz erklären ...


Osca-Fiat:
Dante Giacosa nennt 80 gebaute Exemplare der ersten Version und weitere 300 vom Typ 1600 S (erste Version). - Das erscheint zu wenig, Graham Robson meint, es sei völlig daneben gegriffen. Er schätzt 1200 bis 1500 Exemplare. Wenn davon 500-600 Osca 1600S wären, ergäbe das (mit den Zahlen von Pininfarina siehe links) ca. 2500 Fiat 1600 S der zweiten Version incl. Coupes

Fiat 1200 Cabrio:
In der Fiat Zahl für den Typ 1200 können auch die Vorgänger 1200 Spyder ab 1957 enthalten sein (die übrigens ein halbes Jahr parallel zum Pininfarina Cabrio weiter gebaut wurden) dann wäre die Pininfarina Zahl wieder ok - ca. 12.000 Stück.

Fiat 1500  - ?? - siehe links


der Nachfolger

1963 wurde der Fiat 1200 Cabriolet abgelöst. Auf dem Genfer Salon wurde der Nachfolger Fiat 1500 Cabriolet vorgestellt.

Das 1500 Cabrio basierte auf der neuen, 1961 vorgestellten sportlichen Limousine Fiat 1300 / 1500. Die Hauptunterschiede zum Fiat 1200 Cabrio waren mehr Leistung, anderes Gesicht und Scheibenbremsen vorne.

Auch der Fiat mit dem Osca-Motor, das Fiat 1600 S Cabriolet, bekam neben Modikfikartionen am Fahrwerk eine neue Frontpartie. Seine Doppelscheinwerfer unterschieden ihn auf den ersten Blick vom Schwestermodell.

Von Pinifarina gab es weiterhin die entsprechenden 1500 und 1600 S Coupes.



Fiat 1500 und 1600 S - 1963


Pininfarina 1500 Coupe


1964 - 1966

Neckar St. Trop / OSI 1200 Cabriolet und Coupe

Fiat hatte 1963 den Bau des offenen 1200er eingestellt, aber der Motor und das Fahrwerk wurde in Form des Fiat 1100 D weitergebaut.
OSI sah die Marktlücke und ließ von Michelotti einen Zweisitzer auf der Basis des 1,2 ltr. Fiat 1100 D entwerfen, der ab 1964 als Spider und Coupe in kleiner Serie gebaut wurde.

Von der Deutschen Fiat wurde der OSI als Neckar St. Trop verkauft.


Neckar St. Trop
(OSI 1200)

 


OSI 1200 Coupe

 


 

Bei der deutschen Fiat-Tochter Neckar Automobilwerke AG, war es Tradition, Fiat mit anderen Karos-serien anzubieten (Vignale 770, Weinsberg 500, Autobianchi, Vignale 2100 u.a). Auch der OSI 1200 wurde ins Angebot aufgenommen und auch in die Neckar Märkte (F, Benelux, DK,S u.a) exportiert.


Neckar St. Trop / Osi 1200


OSI 1200 Coupe


Prospekte Osi 1200


Neben dem 1200er OSI Sportwagen nahmen die Neckar Automobilwerke auch ein Coupe ins Programm, das auf Fiat der 1500 Limousine basierte:
das Neckar Coupe 1500 TS von Siata.


 

 

 

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